Podcast #9 | Geert Serneels, Autor von 'Collega in hoofd en hart'

Inhaltsverzeichnis

    Lesezeit: 6 Min.

    Geert Serneels

    Nachfolgend findest du die kurze Zusammenfassung unseres Gesprächs mit Geert Serneels. Die vollständige Episode kannst du anhören auf Spotify & Apple Podcasts.

    Über Geert Serneels (und Marc Vande Gucht)

    Geert und Marc sind Co-Autoren des Buches 'Collega in hoofd en hart, waarderend leidinggeven op de werkvloer'. Ein Buch über mentales Wohlbefinden am Arbeitsplatz, das Führungskräften praktische und konkrete Ansätze bietet, um eine gute Beziehung zu ihren Mitarbeitenden aufzubauen und so ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen.

    Geert ist Geschäftsführer bei Case by Case und seit vielen Jahren Berater bei kleineren und größeren Unternehmen, sowohl national als auch international, und glaubt fest daran, dass jeder Mensch über mehrere Kompetenzen verfügt, auf die er zurückgreifen kann.

    Marc Vande Gucht ist der Gründer des Fonds 'Ga voor Geluk', ein Fonds für Eltern, die ihr Kind durch Suizid verloren haben. Leider ist Marc auf diesem Gebiet Betroffener aus eigener Erfahrung, denn er verlor selbst vor etwa fünfzehn Jahren seine Tochter durch Suizid. Dies lag teilweise auch dem Buch zugrunde, da Marc seit dem Verlust seiner Tochter den Fokus stark auf das mentale Wohlbefinden von Menschen gelegt hat.

    Marc war zum Zeitpunkt der Podcast-Aufnahme verhindert, und Geert war so freundlich, uns allein für beide Rede und Antwort zu stehen.

    Nimm deine eigene Karriere und dein Wohlbefinden selbst in die Hand

    Darüber hatten wir schon früher gesprochen mit Lesley Arens von #ZigZagHR in unserer siebten Podcast-Episode dass Mitarbeitende für ihre eigene Karriere verantwortlich sind. Auch Geert und Marc stellen in ihrem Buch fest, dass jeder Architekt seiner oder ihrer eigenen Karriere ist. Die Verantwortung rund um das mentales Wohlbefinden ist ein geteilte Verantwortung sowohl der Mitarbeitenden als auch der Führungskraft.

    Aber die Führungskraft hat, auf welcher Ebene auch immer, einen enormen Einfluss darauf, wie Menschen sich fühlen, wie sie sich am Arbeitsplatz verhalten und wie es um das mentale Wohlbefinden der Mitarbeitenden steht.

    Menschen sollten nach ihren Talenten suchen und nach dem, was ihnen Energie gibt, und so ihr eigenes Arbeitsglück finden. Zu oft bleiben Menschen in einem Job hängen, der ihnen keine Energie mehr gibt. Oft haben sie ihren Drive verloren, sitzen aber in ihrem Job fest, wegen der Sicherheit oder dem Gefühl von Kontrolle, das er ihnen gibt. Davon abzuweichen, ist manchmal leichter gesagt als getan: Die Verpflichtungen und die spezifische Situation von Arbeitnehmern machen es oft nicht einfach, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen.

    Zum Glück gibt es heutzutage enorm viele Möglichkeiten für Mitarbeitende, sich dabei von Fachleuten (wie Karriereberater*innen) unterstützen zu lassen, die zusammen mit den Mitarbeitenden ihre Talente, ihre Möglichkeiten und das, was ihnen Energie gibt, betrachten, um so das dringend nötige Arbeitsglück anzustreben.

    Die "verlorene Generation"

    In sehr vielen Unternehmen findest du Menschen, die noch 5 bis 10 Jahre bis zu ihrer Rente haben. Sie müssen ihren Job machen, kommen aber bei den anstehenden Veränderungen nicht mit. Sie halten an der Vergangenheit fest und sind nicht bereit, diese Veränderungen mitzugehen. Diese Generation kann man auch die "verlorene Generation" nennen, auch weil hier oft ein höherer Krankenstand zu beobachten ist. Für Unternehmen ist es nicht einfach, mit Menschen mit dieser Denkweise umzugehen, aber es ist die Aufgabe der Führungskraft und des Mitarbeitenden gemeinsam, hierfür ein Bewusstsein zu schaffen und gemeinsam an einer Anpassung an die veränderte Situation zu arbeiten.

    Eine Führungskraft hat eigentlich eine dreiteilige Funktion:

    • Die Führungspersönlichkeit: auf Basis einer Strategie und einer Vision mit den Mitarbeitenden arbeiten
    • Der operative Manager: Zahlen und Ergebnisse im Blick behalten und dafür sorgen, dass alles läuft, wie es laufen soll
    • Der People Manager: Coach, Motivator und Inspirator für Menschen

    Es ist ungemein wichtig, dass man mit Menschen arbeitet, auch wenn der Bereich People Management nicht für jeden so naheliegend ist.

    Ein ganz wichtiger Tipp dabei ist, zu schauen, wer der Mensch hinter dem Mitarbeitenden ist! Stell die Frage: Wer sind meine Mitarbeitenden, was tun sie, was treibt sie an, was kann sie motivieren?

    Ein Ziel einer Führungskraft sein muss, alle Mitarbeitenden zu Fachleute zu machen, die alle kompetent und sehr engagiert sind. Im Prinzip ist das ein unerreichbares Ziel, denn das Unternehmen verändert sich, die Gesellschaft verändert sich, Menschen kommen und gehen.

    Trotzdem sollte es das Ziel sein, Menschen dabei so gut wie möglich zu begleiten.

    Engagement der Mitarbeitenden

    Studien zeigen, dass der Anteil der Mitarbeitenden, die sich engagiert fühlen, wirklich sehr niedrig liegt. Obwohl es immer mehr Initiativen rund um Wohlbefinden, eine angenehme Arbeitsumgebung und Entspannungsmöglichkeiten gibt, reicht das leider nicht aus. 

    Es ist von großer Bedeutung, dass Menschen ein gute Arbeitsatmosphäre zwischen den Kolleg*innen erleben, aber auch das direkter Kontakt mit der Führungskraft ist enorm wichtig. Menschen verlassen meist nicht das Unternehmen, sondern verlassen eine Führungskraft.

    Die Führungskraft spielt eine wichtige Rolle dabei, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern, und muss ihre Verantwortung übernehmen, indem sie konkret mit den Mitarbeitern arbeitet und aktiv zuhört.

    Durch die Covid-19-Situation arbeiten wir massenhaft von zu Hause aus, und das macht es für Führungskräfte enorm schwierig, die Verbindung zu ihren Mitarbeitern aufrechtzuerhalten. Deshalb sind virtuelle Meetings, aber vor allem auch E-Apéros und informelle persönliche Kontakte essenziell, um wieder eine Verbindung herzustellen. Nicht nur, um Operatives zu besprechen, sondern vor allem auch, um ein gutes Gespräch zu führen und wirklich aufmerksam zuzuhören, wie die Mitarbeiter die ganze Situation erleben.

    Es ist eine echte Herausforderung für Unternehmen, kreativ zu bleiben und Wege zu finden, um die Verbindung zu ihren Mitarbeitern (weiter) zu pflegen und eine positive Kultur aufzubauen. Ein guter Weg dafür ist ehrliches, positives Feedback – am besten kontinuierlich über das Jahr verteilt und nicht nur bei den zwei formellen Bewertungsgesprächen. 

    Ein ehrliches Kompliment kann oft mehr bewirken als jeder Incentive. Auch JustBite setzt stark auf diese Verbindung in informellen Momenten, unter anderem indem Menschen dazu angeregt werden, Positivität zu teilen – zum Beispiel durch Feedback-Karten während der Snackmomente. 

    Mens sana in corpore sano

    Schon die alten Griechen wussten: Ein gesunder Geist und ein gesunder Körper sind untrennbar miteinander verbunden. Unternehmen, die dem mentalen Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter Bedeutung schenken, bieten ihnen oft auch nährstoffreichere Ernährung und ausgewogenere Snacks an. 

    Ein sprichwörtlicher Apfel wird nicht der entscheidende Faktor für das mentale Wohlbefinden sein, aber er kann genau den kleinen Extra-Schub geben.

    Wenn Menschen sich wohl in ihrer Haut fühlen, dank nährstoffreicherer Ernährung und anderer Tools für ihr Wohlbefinden wie zum Beispiel Achtsamkeit am Arbeitsplatz, trägt das nur zu ihrer Produktivität und Zufriedenheit im Job bei. Wer sich körperlich wohlfühlt, fühlt sich auch mental stärker und kann so einen deutlich höheren Mehrwert für seine Organisation bringen.

    Fazit

    Übernimm als Führungskraft deine Verantwortung und denke an den Menschen hinter dem Mitarbeiter. Arbeite zusammen, sorge dafür, dass sie sich glücklich und zufrieden fühlen und ihren aktiven Beitrag leisten können.

    Als Mitarbeiter darfst du ruhig mal kritisch in den Spiegel schauen. Finde für dich selbst heraus, ob du heute noch glücklich bist, ob du noch Energie aus deinen Aufgaben ziehst – und wenn nicht, wird es Zeit für Veränderung!

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